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Exklusiver Einblick in das Innenleben sympathischer Fachmedien
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Media Summit 2011

Einblicke in das Innenleben der funkschau
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Die funkschau ist Ihr verlässlicher Partner und als eines der ersten Fachmedien für Telekommunikation weltweit seit über 80 Jahren im Markt erfolgreich. Aber wer sind die Gesichter hinter der funkschau?

MEDIA SUMMIT 2012
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Die Krise in Griechenland drückt Euro auf Vier-Monats-Tief

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27. April 2011
MINT-Fachkräftemangel

Die Mär von den flexiblen Arbeitszeiten

Zukunfts-Studien versprechen Arbeitnehmern von morgen flexible Arbeitszeiten, Autonomie und viel Raum fürs Private – das sei eine logische Konsequenz aus demographischem Wandel und Fachkräftemangel. In der Realität sind aber gerade im Ingenieursbereich viele Arbeitgeber viel weniger flexibel, als sie öffentlich werben.

Corinne Schindlbeck

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Gut drei Viertel der Deutschen könnten es sich laut einer Studie vorstellen, unter einer Teilzeit-Chefin zu arbeiten. In Wirklichkeit haben das erst wenige erlebt – in der Elektronikbranche kann man Frauen in Führungspositionen immer noch mit der Lupe suchen. Bereits im Jahr 2009 hat das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung herausgefunden, warum sich junge Frauen nur zögernd für naturwissenschaftliche und technische Ausbildungen entscheiden: Ihre eingeschränkten Berufsaussichten sind maßgeblich daran schuld. Frauen, die ein MINT-Studium erfolgreich abgeschlossen haben, sind häufiger arbeitslos als Männer und kommen auch häufiger nur in befristeten und zumeist schlechter bezahlten Jobs unter. Im Vergleich zu 1999 hat sich diese Ungleichheit im Untersuchungszeitraum 2009 sogar noch erhöht – allen MINT-Initiativen zum Trotz.  Auch die Aufstiegschancen und das Angebot einer ihrer Qualifikation angemessenen Beschäftigung sind der Studie zufolge deutlich schlechter als bei Männern.

Die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit werde in den männerdominierten Berufen besonders schlecht ermöglicht, lautete das Ergebnis der Untersuchung 2009. Teilzeitarbeit komme in technischen Berufen so gut wie gar nicht vor: In den Ingenieursberufen waren 2007 weniger als 5 Prozent in Teilzeit beschäftigt, in den anderen MINT-Berufen waren es gleichfalls im Durchschnitt weniger als 10 Prozent. Zum Vergleich: die Teilzeitquote bei Lehrern und Lehrerinnen lag bei fast 45 Prozent, bei den sozial- und heilpädagogischen Berufen bei knapp 40 Prozent und selbst bei Ärztinnen und Apothekerinnen bei 16 Prozent.

Vier Jahre später hat sich daran nicht viel geändert. Eine aktuelle Umfrage des VDE unter seinen Jung-Mitgliedern zeigt: Ingenieurberuf&Familie lassen sich schlecht vereinbaren, weil die Arbeit durch ständige Verfügbarkeit, häufige Überstunden und Wochenendarbeit geprägt ist, das gab jeder Zweite an. Über 30 Prozent der Young Professionals sagen, dass Ingenieurberuf und Teilzeitarbeit zueinander im Widerspruch stehen und sie ihr Privat- beziehungsweise Familienleben einschränken müssen, um beruflich voranzukommen. Rund 20 Prozent geben an, dass sie derzeit auch persönlich ihre sozialen beziehungsweise familiären Bedürfnisse nicht mit den Pflichten eines Ingenieurs in Einklang bringen können. Vor allem Frauen wünschen sich mehr Unterstützung von Seiten des Arbeitgebers, um Familie und Beruf besser miteinander verbinden zu können. »Damit steigt die Gefahr, dass ein Teil des Potentials von Frauen in MINT-Berufen ungenutzt bleibt«, folgert der VDE-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer diplomatisch. Für die Studie waren insgesamt 776 Young Professionals der Elektro- und Informationstechnik befragt worden, davon rund 10 Prozent Frauen. Das Durchschnittsalter lag im besten Familiengründungs-Alter, bei 29,4 Jahren.

Das fehlende Teilzeitangebot könnte das Hauptproblem sein, warum der Frauenanteil in Ingenieurberufen sich nur zögerlich erhöht, darauf weisen aktuelle Studien hin.

Eine soeben veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Uni Duisburg-Essen hat beispielsweise folgendes ergeben: Mütter arbeiten heute zwar häufiger als früher, doch dafür mit weniger Wochenstunden. Durchschnittlich haben westdeutsche Frauen je nach Alter ihrer minderjährigen Kinder ein Wochenpensum zwischen 6,3 und 19,1 Arbeitsstunden. Das hat die IAQ-Arbeitsmarktforscherin Christine Franz aus Mikrozensus-Daten berechnet. Je kleiner und zahlreicher die Kinder,  umso geringer ist die Wochenarbeitszeit der Mütter. Selbst Frauen mit 15- bis 17-Jährigen Kindern stehen dem Arbeitsmarkt immer noch nur mit halber Kraft zur Verfügung.

Ein wenig anders ist es in Ostdeutschland: Hier arbeiten schon die Mütter von 3- bis 5-Jährigen durchschnittlich 20 Wochenstunden, allerdings steigt auch hier der Wert nur auf 25 Stunden bei Frauen mit fast volljährigen Kindern. „Der Vergleich von 2000 zu 2007 zeigt, dass die Arbeitsvolumina in fast allen Altersgruppen gesunken sind“, so die Wissenschaftlerin.
Vor allem der Anteil der in Vollzeit beschäftigen Mütter ist zurückgegangen, stellt Christine Franz fest. Selbst bei schon 15-jährigen und älteren Kindern arbeitet nur rund jede vierte Vollzeit.

Da stellt sich die Frage, woran das liegt. Wollen die Mütter fast erwachsener Kinder gar nicht länger arbeiten, oder bekommen sie nach längerer Erziehungs-Auszeit  mit Teilzeitbeschäftigung keine Vollzeit-Stelle mehr?

Beide Schlussfolgerungen hält Arbeitsmarktforscherin Franz für plausibel, kann dazu aber keine wissenschaftlichen Daten liefern. „Das ist noch nicht untersucht.“

Laut Umfragen würden auch Väter gerne – zumindest temporär – in Teilzeit arbeiten. Bislang sind es jedoch nur ca. 3 bis 4 Prozent der westdeutschen Väter. Zwar liegt der Anteil in Ostdeutschland etwas höher, jedoch muss  laut Christine Franz davon ausgegangen werden, dass die Teilzeitbeschäftigung hier (wie auch bei ostdeutschen Frauen) häufig nicht freiwillig gewählt wird. Lediglich bei einem kleinen Teil der Väter mit Kindern unter 2 Jahren sieht Christine Franz Indizien für eine familiär bedingte Arbeitszeitreduzierung, also genommener Elternzeit. Das Erwerbsverhalten von Männern insgesamt aber scheine bisher nicht familienfreundlicher geworden zu sein.

 

1. Teil: Die Mär von den flexiblen Arbeitszeiten
2. Teil: "Gedrehte" Entlohnung